Meine Geschichte

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Meine Geschichte

und erlebte den Alltag der Maya-Kleinbauern hautnah.
Keine romantische Maya-Idylle, denn das lassen die harten Lebensbedingungen nicht zu. Aber was ich kennen lernen konnte war eine Gesellschaft, die zäh und ehrgeizig nach passenden Problemlösungen sucht. Und das vor dem Hintergrund ethnischer Diskriminierung und wirtschaftlicher Benachteiligung von Seiten der dominierenden Ladinogesellschaft.Michael-Pieper_00b_V
    

Die indianische Bevölkerung musste sich seit der Eroberung durch Pedro de Alvarado im Jahre 1524 der Ausbeutung ihrer Arbeits- und Wirtschaftskraft erwehren. Eigentlich bis zum heutigen Tag – auch wenn die Formen der Ausbeutung sich immer wieder gewandelt haben. Versklavung und  Tributsystem im Kolonialreich, Landverlust und Zwangsarbeit im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Schuldknechtschaft und Ausbeutung als billige Arbeitskräfte in der Moderne. Umso erstaunlicher erschien mir vor diesem Hintergrund die Energie und Kreativität dieser Spirale zu entkommen, wenn sich die Möglichkeit dazu bot.


Die Problemlösungensstrategieen der indigenen Gesellschaften standen im Focus meiner Untersuchungen in der Zeit von 1988 bis 1995. Dazu zählen alle Formen des Kleinhandels – und sei es mit Bauchläden, kleine Handwerksbetriebe, der Versuch auf vielfältige Art am Tourismusgeschäft teilzunehmen oder der Kaffeeanbau in bescheidenem Stil aber auch die Kaffeeweiterverarbeitung in Genossenschaften bzw. durch wohlhabendere Familien. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen, dass viele dieser Versuche den bestehenden Status Quo, der die indianische Bevölkerung vor allem als billige Arbeitskräfte ansah, in Frage stellte und zu massiven Gegenmaßnahmen von Seiten der dominierenden weißen und Mestizenschicht führte. Repression, Diskriminierung und Verfolgung waren lange Zeit an der Tagesordnung.


Stabile indigene Gemeinschaften sind allerdings häufig die Grundlage für einen bescheidenen Erfolg beim Versuch als Akteur am Wirtschaftleben teilzunehmen. Und für Kleinbauern ist wiederum die Organisationsform der Genossenschaften ein wichtiges Instrument hierfür. Als ich mich entschied mit hochwertigen Biokaffees zu handeln stand außer Zweifel, dass - wenn immer möglich - der Import von Kooperativenkaffees Priorität haben muss. Dieser alleine garantiert, dass die beteiligten Kleinbauern vom Gewinn profitieren. Sei es in Guatemala, Äthiopien oder anderswo. Dies garantiert den Produzenten, mir als Händler und Ihnen als Verbraucher, das wir eine Kaffeekultur pflegen, die allen gut tut.